Saison 2021-22

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Absenz © Christian Kuhlo, 2021

Die Dialog der Künste-Saison unter dem Titel „allein“ erstreckt sich erstmalig über zwei Jahre.

Die zwei in 2021 geplanten Projekte (wahrscheinlich Ende September sowie Anfang November) beschäftigen sich mit dem Schicksal von Menschen, die aufgrund ihres Lebensweges, ihrer Taten oder ihres Charakters alleine dastehen. Sie sind isoliert, haben sich von der Gesellschaft entfernt oder sich in eine Situation gebracht, die sie in einem inneren Konflikt auf sich selbst zurückwerfen. Der Übergang zum Zustand der Vereinsamung, der Empfindung, von anderen Menschen verlassen oder abgeschieden zu sein, ist an diesem Punkt fließend.

Das – wenn auch nur empfundene – Alleinsein führt zwangsläufig zur Auseinandersetzung mit sich selbst und dem eigenen Leben, der belastenden Vergangenheit, oft in Relation der Beziehung zu Mitmenschen, und dem damit verbundenen Scheitern. So treibt auch der Druck des Gewissens, hervorgerufen durch eigene Verfehlungen und ´Sünden´, in die Selbstreflexion und letztlich auch zum Urteil über sich selbst. Die Schmerzlichkeit der selbstkritischen Innenschau, der letztlich nichts verborgen bleibt und daher größtmögliche Aufrichtigkeit möglich macht, wenn sie nicht gegenteilig in die Selbstverleugnung führt, kann eine eigene Erlösung bewirken, aber auch in der Sinnlosigkeit des Daseins und der Negierung des (Zusammen-)Lebens enden. 

Dem dramatischen Spektrum dieser Ausnahmesituation des schicksalshaften Alleinseins hat sich die Kunst oft angenommen, da die Vielfalt und Tiefe der Emotionen, die Komplexität der Ursachen und Hintergründe sowie die sich ausbreitende Tragik drängend nach Ausdruck, Verarbeitung und vor allem Bewältigung sucht. 

Die durch künstlerische Abstraktion geschaffene Anteilnahme am Schicksal vereinsamter oder ausgestoßener Menschen wollen wir anhand besonders nuancierter und nahegehender Werke von Benjamin BRITTEN, Modest MUSSORGSKIJ und Fjodor DOSTOJEWSKIJ dem Publikum nahebringen – in Form von reduzierten, zuspitzenden Inszenierungen. Dies sind musikalische Psychogramme, die äußerst differenziert die Entwicklung der Protagonisten erlebbar machen. Ihr Gewissen wird hier in ergreifender Weise musikalisch ausgebreitet.

In unseren beiden Aufführungen geht es uns insbesondere um die Faszination oder besser die Magie, dass durch diese künstlerische Auseinandersetzung eine Verwandlung des dargestellten Unglücks in eine Stimmung des Mitgefühls, eine emotionale Reinigung oder gar die Erleichterung des Geistes geschehen kann, die auch Hoffnung für die Lebensbewältigung und das Glück des Einzelnen machen kann. Die aus dem kunstvermittelten Miterleben fremder Schicksale erwachsene und ´beglückende´ Empfindsamkeit des Zuschauers vermag zu einem besseren Miteinander, ja zu mehr Menschlichkeit führen.

Die detaillierten Konzertprogramme folgen in Kürze an dieser Stelle.