Saison 2019-20

Funkenflug

2019

____________________________________________1. KONZERT

VERMÄCHTNIS

(Karten) 

1.12.2019 – 18.00 Uhr | Künstlerhaus / Joseph-Joachim-Saal

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JOHANN SEBASTIAN BACH

„Das Wohltemperierte Klavier“

(Teil I – BWV 846-69) 12 ausgewählte Präludien & Fugen

DMITRI SCHOSTAKOWITSCH

Präludien & Fugen, op. 87

12 ausgewählte Präludien & Fugen

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Prof. Markus Becker – Klavier, HMTM Hannover   (Info)

Johannes Nies – Klavier, HMTM Hannover

Dr. Anna Fortunova – Redaktion: fiktiver Dialog, Felix Mendelssohn-Bartholdy-Hochschule, Leipzig

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Die ´24 Präludien und Fugen´, SCHOSTAKOWITSCHs Großwerk,  gehören mithin zu den umfangreichsten Referenzen gegenüber einem anderen Komponisten und sind zugleich Ausdruck musikalischen Erbes sowie tiefer künstlerisch-geistigen Verbundenheit.

J. S. BACH selbst erschuf sein Werk von gar enzyklopädischem Ausmaß unter dem Titel ´Das Wohltemperierte Klavier´ anlässlich der damals völlig neuen Möglichkeiten der nun stimmungsstabilen, „temperierten“ Tasteninstrumente. Die 24 Werkspaare in allen 12 Dur- & Moll-Tonarten bilden eine aufregende Rundreise durch die musikalischen Stilrichtungen seiner Zeit: Tänze, Lieder, Tokkaten, Konzerte und auch Chormusik – all das nur von zwei Händen auf der Klaviertastatur heraufbeschworen.

Unser Dialog zwischen Bach und Schostakowitsch ist dabei nicht allein die wechselseitige Interpretation der Werke im Rahmen eines Konzertes. Die differenzierte Zusammenstellung der einzelnen Präludien und Fugen ermöglicht Aufschluss über Zusammenhänge in Bezug auf Harmonik und Form, Themen und Stimmungen und lässt darüber hinaus noch stärker die Persönlichkeit der interpretierenden Musiker durchscheinen.

Begleitet wird diese pianistische Wechselrede durch Projektionen von Äußerungen Bachs und Schostakowitschs zu ihren Werken und deren Bedeutung in Form eines fiktiven Dialogs.

Aufgrund des enormen Umfangs beider Werke präsentieren wir diese in zwei Konzerten (2. Konzert: 27. Juni 2020).

2020

____________________________________________2. KONZERT

EREIGNIS

(Karten)

21.3.2020 – 19.30 Uhr | Künstlerhaus / Joseph-Joachim–Saal

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IGOR STRAWINSKY

„Der Feuervogel“  (Klavierbearbeitung von Strawinsky)

MAURICE RAVEL

Klaviertrio in a-Moll

BOHUSLAV MARTINU

Duo für Violine & Violoncello, H. 371

ERWIN SCHULHOFF

Duo für Violine & Violoncello (WV 74)

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Amir Tebenikhin – Klavier, Hannover

Lucja Madziar – Violine, Konzertmeisterin – Nds. Staatsoper   (Info)

Nikolai Schneider – Cello, Solist – NDR Radiophilharmonie   (Info)

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Ohne eine tänzerische Performance zu zeigen, möchten wir den ´Tanz im Inneren´ spürbar machen. STRAWINSKYs erstes großes Ballett „Der Feuervogel“ ist noch der spätromantisch-impressionistischen Tradition verbunden, verweist aber schon auf die dominante Rhythmik und die revolutionären Akkorde bald folgender Werke. Er verbindet in dem märchenhaften Werk russische Folklore, neue Musik und zeitgenössischen wie zugleich archaischen Tanz zu einem mitreißenden Ereignis bewegung-gewordener Musik. Eine weitere assoziative Ebene verleihen dem Tanz schemenhafte Projektionen.

Aus RAVELs Musik sprechen oft die rhythmische Kraft des Tanzes und eine an Strawinsky erinnernde Motorik. Auch durch Stilisierung volkstümlicher Formen verleiht er seinem tonmalerischen Klaviertrio einen zurückhaltend tänzerischen Charakter.

Dem zuweilen wilden Streichduo von SCHULHOFF ist eine expressive, aber auch musikantische Tonsprache von leuchtender Farbigkeit eigen. Neben Anklängen jüdischer Volksmusik verbindet seine Musik Jazz-Rhythmen und Modetänze mit traditionellen Musikformen und einer atonalen Harmonik.

Die Nähe zu MARTINUs Musik ist nicht allein der konstante Bezug auf die Folklore seiner Heimat, Tschechien. Seine Kompositionen, für die er freiere, rhapsodische Formen bevorzugt, sind auch häufig tänzerisch und vital wegen ihrer besonders differenzierten Rhythmik gepaart mit ständigen Taktwechseln.

____________________________________________3. KONZERT

BEKENNTNIS

(Karten)

30.5.2019 – 19.30 Uhr | Künstlerhaus – Joseph-Joachim-Saal

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JOHANNES BRAHMS

„Vier ernste Gesänge“, op. 121

GUSTAV MAHLER

„Rückert-Lieder“

FRANZ SCHUBERT

   Sonate für Klavier in c-Moll, D 958

FRANK MARTIN

„Jedermann-Monologe“ (Fassung für Bariton & Klavier)

8 Préludes für Klavier solo

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Christoph Pohl – Bariton, Semperoper Dresden   (Info)

Tobias Krampen – Klavier, Köln   (Info)

N. N. – VideoArt

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Thema dieses besonderen Liederabends ist die Vertonung tiefer Überzeugungen, Erkenntnisse und Emotionen.

So komponierte BRAHMS seine biblischen ´Vier ernsten Gesänge´ auch in Erwartung des Todes der von ihm so unerfüllt geliebten Clara Schumann und vielleicht sogar in Vorahnung seines eigenen Todes im folgenden Jahr.

Von Glaube, Liebe und Sehnsucht handeln auch die ´Rückert-Lieder´ MAHLERs, die vergleichbar von enormer Intensität des Ausdrucks und der erworbenen Meisterschaft künstlerischer Durchdringung zeugen. Sie gehören zu seinen innigsten Kompositionen, beeindrucken durch die Tiefe der Empfindung und sind, wie so oft, geprägt vom Streben nach transzendentalen Sphären.

MARTINs ´Monologe des Jedermann´, der vom Tod zur letzten Reise aufgefordert wird, erscheinen dagegen als parabelhafte Reflexion über das menschliche Dasein, Lebenswerk und über das, was bleibt. Seine expressiv-moderne, äußerst persönliche Klangsprache lässt Einflüsse von Debussy, Fauré wie auch von Schönbergs Zwölftontechnik erkennen.

Mit SCHUBERTs Klaviersonate in c-Moll aus seinem Todesjahr 1828 hören wir zudem ein bezeichnendes Werk des so unglaublich reifen, noch jungen Komponisten, dem der möglich gewesene, prophetische Weg seines unvollendeten Schaffens und das Leid seines Lebens eingeschrieben ist. Unser Liederabend spielt vor einem ´lebendigen´ Stillleben in Form einer ´seelenlandschaftlichen´ Video-Art.